Wissenschaftliche Studien zu Folsäure

Das wasserlösliche Vitamin B9 – bekannt als Folsäure – wurde in den frühen 1940er Jahren erstmals aus rund 4 Tonnen Blattspinat isoliert. Im besonderen Fokus der Wissenschaftler stand damals die Frage, welche Substanz es genau war, die gegen die Blutarmut so wirkungsvoll ankam. Auffällig damals: Aßen die Kranken recht viel dunkles Blattgemüse, Hefen und Weizenkleie, schienen sich die Beschwerden zu verbessern. Also musste die gesuchte Substanz irgendwo hier zu finden sein. Im Jahre 1941 konnte die gesuchte Substanz erstmals lokalisiert und untersucht werden.

Und wieder dunkles Blattgemüse

Eine ähnliche Entdeckung sorgte für fast noch mehr Aufregung: Die gefundene Folsäure schien etwas mit der Entwicklung eines Embryos zu tun zu haben. Die Geschichte wiederholte sich: Verzehrten Frauen einige Wochen vor ihrer Schwangerschaft besonders viel der genannten Lebensmittel, verringerte sich das Risiko, dass ihr Baby Missbildungen hatte. Des Rätsels Lösung war Folsäure, besser gesagt, Folate, die in der Nahrung vorkommen.

Vitamine und ihre Wirkung im menschlichen Organismus wurden relativ spät entdeckt. Doch als bekannt war, dass Leben ohne Vitamine unmöglich ist, setzte die Wissenschaft gezielt an und nahm die Wirkweisen von Nährstoffen genau unter die Lupe. Studien zeigen dabei immer wieder, welch große Bedeutung Folsäure im menschlichen Organismus spielt.

Bei den Folaten gehen die Studien sozusagen in zwei Richtungen: Kommt Vitamin B9 natürlich in Lebensmitteln vor, wird es als Folat bezeichnet. Wird es hingegen basierend auf der gleichen chemischen Struktur hergestellt, ist von Folsäure die Rede.

Noch eines fanden Forscher heraus: Folsäure kann vom Körper besser verwertet werden. Nahrungsfolate haben nicht die volle Bioverfügbarkeit, der Organsinus muss die über die Nahrung eingenommenen Vitamin B9 Faktoren zuerst aufspalten. Folsäure hingegen wird zu 100 Prozent verwertet.

Deswegen empfehlen Experten im Bedarfsfall Folsäure, anstatt einfach auf eine folatreiche Ernährung zu verweisen. Es ist hierzulande kaum machbar, die empfohlene Tagesdosierung von 300 Mikrogramm Folatäquivalente zuzuführen, dies nur als kurze Erklärung, warum s viele Ärzte einem chemischen Produkt den Vorzug vor natürlichem Vorkommen geben.

Folsäure gegen Depressionen

In einigen Studien ging es darum, ob Folsäure eine unterstützende Wirkung auf das Krankheitsbild der Depression hat. Während der wissenschaftlichen Arbeiten wurden die Patienten mit Antidepressiva behandelt, einigen wurde zusätzlich Folsäure verabreicht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Patienten, die zusätzlich Folsäure erhielten, einen deutlich verbesserten Verlauf der Depression zeigten. Es konnte bei den Studien nicht abschließend geklärt werden, ob diese signifikante Verbesserung auf einen Folatmangel zurückzuführen war, dennoch überrascht das Studienergebnis durchaus.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12804463

Studie – Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten überhaupt. In dieser Studie untersuchten Wissenschaftler das Risiko einer Erkrankung. Der Alkoholkonsum und die Zufuhr von Folsäure bildeten die Basis der Studie. Das Ergebnis zeigte, dass sich das Bauchspeicheldrüsenkrebsrisiko reduziert, wenn hochdosierte Folsäure eingenommen wird.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28468303

Folsäure für den Herzmuskel

in Kanada führte die gesetzlich vorgeschriebene Hinzusetzung von Folsäure im Mehl nicht nur zu einer verminderten Anzahl von Säuglingen mit einem Neurahlrohrdefekt, sondern auch zu einer Reduzierung angeborener Herzfehler. Untersuchungen an Tieren lassen darauf schließen, dass Folsäure für die Entwicklung des Herzmuskels essentiell ist. Weitere Studien zu dieser interessanten Entwicklung stehen derzeit noch aus, doch die Ergebnisse geben Raum zur Hoffnung.

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/36546/Folsaeure_im_Mehl_vermeidet_Herzfehler.htm

Weitere Studien zusammengefasst

Das Risiko eines Neurahlrohrdefektes lässt sich bei rechtzeitiger Einnahme mit Folsäure signifikant verringern. In diesem Zusammenhang geben einige Studien einen Hinweis darauf, dass Folsäure das Risiko einer Lippen., Kiefer- oder Gaumenspalte reduziert.

Weiter zeigen verschiedene Studien, dass eine Gabe von bis zu 5 mg Folsäure pro Tag den Homocysteinspiegel um bis zu 25 Prozent senken kann. Mittlerweile gilt hier ein zu hoher Wert als gefährlicher als erhöhte Cholesterinwerte. Unter dem folgenden Link werden weitere, interessante Studienergebnisse zusammengefasst.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/42187

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