Überdosierung mit Folsäure, ist das möglich?

Beschäftigt man sich mit dem Thema „Folsäure“, finden sich häufig Aussagen, dass die meisten Menschen an einer Unterversorgung leiden. Folsäure ist ein Vitamin aus dem B-Komplex und kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Es handelt sich um Vitamin B9 und ist für zahlreiche Stoffwechselprozesse essentiell. Um ein prägnantes Beispiel zu nennen: Folsäure ist für den Aufbau der roten Blutkörperchen zuständig. Deswegen kann ein Mangel bei einem Bluttest relativ schnell enttarnt werden.

In einigen Lebensmitteln kommen sogenannte „Nahrungsfolate“ vor. Dazu zählen beispielsweise tierische Innereien, allen voran Leber oder Niere. In dunklem Blattgemüse stecken ebenfalls zahlreiche Folatverbindungen. Die Krux: Das Vitamin ist hitzeempfindlich. Somit verliert sich der größte Teil des Vitamins beim Koch- oder Bratvorgang. Zudem ist natürlich vorkommendes Folat wasserlöslich und lichtempfindlich.

Der menschliche Körper muss zudem Folsäure, die er über die Nahrung bekommt, aufwendig aufspalten, bevor er sie als Zellbauer in die Tiefen der organischen, biologischen Struktur des Organismus schickt.

Zusammengefasst sind das nicht die besten Voraussetzungen dafür, eine ausreichende Versorgung mit dem Vitamin zu generieren.

Überdosierung mit natürlichem Folat?

Es ist bekannt, dass die meisten Menschen zu wenig Folsäure aufnehmen. Bis heute ist kein Fall bekannt, indem es zu einer Überdosierung mit natürlicher Folsäure kommen konnte. Da eher ein Mangel denn eine Überversorgung herrscht, empfehlen Ärzte einigen Risikogruppen synthetische Folsäure einzunehmen.

Besonders Schwangere sind auf das Vitamin angewiesen – beziehungsweise das neue Leben, dass sich entwickelt. Ohne Folsäurezufuhr drohen dem Embryo schwerste Fehlbildungen. Um diesen vorzubeugen, wird Frauen mit Kinderwunsch die Einnahme von chemisch hergestellter Folsäure dringend ans Herz gelegt.

Da der Embryo sein zentrales Nervensystem, sein Gehirn und sein Rückenmark (Neuralrohr) bereits innerhalb der ersten vier Schwangerschaftswochen ausbildet, fordern Experten sogar, dass jede Frau im gebärfähigen Alter Folsäure einnehmen sollte. Denn das werdende Leben benötigt für die Bildung des Neuralrohrs unbedingt Folsäure.

Empfohlen wird schwangeren Frauen eine tägliche Zufuhr von 550 Mikrogramm Folsäure. Männer und „Nicht-Schwangere“ sollten pro Tag immer noch mindestens 300 Mikrogramm Folsäure einnehmen.

Überdosierung mit synthetischer Folsäure

Steht ein Kinderwunsch im Raum, besteht die Gefahr, alles „zu richtig“ machen zu wollen. Aus lauter Sorge vor Fehlbildungen durch einen Mangel an Folsäure meinen es manche Frauen zu gut mit dem Embryo und nehmen mehr Folsäure ein, als der Körper benötigt. So kann es durchaus zu einer Überdosierung kommen – obwohl das Vitamin wasserlöslich ist und somit eigentlich problemlos über den Urin wieder ausgeschieden wird.

Verdeckung eines Vitamin B12 Mangels

Im Prinzip kann Folsäure selbst eher nicht überdosiert werden – aber: Wird dauerhaft zu viel Folsäure eingenommen, kann dadurch ein eventuell bestehender Vitamin B12 Mangel unentdeckt bleiben. Und das kann gravierende Folgen haben. Denn der Körper kann Vitamin B12 genauso wenig wie Folsäure selbst herstellen. Auch dieses Vitamin muss über die Nahrung zugeführt werden. Ein Mangel macht sich ähnlich bemerkbar wie ein Mangel an Folsäure. Es kann zur Blutarmut kommen, zu vermehrter Müdigkeit oder zu Taubheitsgefühlen.

Folsäure nicht überdosieren

Der menschliche Organismus funktioniert wie ein gut geöltes Uhrenwerk. Ein Rädchen greift ins andere und jedes Rädchen benötigt eine andere Nährstoffversorgung. Fehlt es hier an einem Nährstoff, dort an einem anderen, ist der Organismus in seiner Funktion gestört. Der Körper versucht zwar, einen Ausgleich herzustellen, doch das funktioniert nur über eine gewisse Zeit. Deswegen ist eine korrekte Dosierung absolut wichtig. Bei Folsäure gilt: Erwachsene – ob schwanger oder nicht – sollten nicht mehr als 1000 Mikrogramm Folsäure aufnehmen. Nicht wegen dem Vitamin selbst, sondern aus Gründen des Zusammenspiels mit anderen Nährstoffen.

In Einzelfällen kann es durchaus vorkommen, dass eine höhere Dosis ärztlich empfohlen wird, dieses Vorgehen kann der Arzt sicher begründen. Allerdings kann bei der Einnahme nach ärztlicher Verordnung eine Überdosierung eher ausgeschlossen werden.

 Sprechen Sie bitte bei Gesundheitsfragen und vor einer Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer mit einem anerkannten Mediziner oder Apotheker. Diese Inhalte stellen keine Empfehlung zur Behandlung, Einnahme oder für ein bestimmtes Präparat dar, sondern wollen objektiv über das Thema für Ihre persönliche Weiterbildung informieren. Ich übernehme keine Garantie oder Haftung für die Richtigkeit und Aktualität der Inhalte dieser Seite. Ebenfalls übernehme ich keine Haftung für mögliche Schäden oder Unannehmlichkeiten, die sich aus einer Anwendung auf Grund der hier befindlichen Informationen ergeben. 

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