Wie Folsäure beim Kinderwunsch helfen kann

Ein aufkeimender Kinderwunsch bringt für Frauen viele Fragen mit sich. Was kann „Frau“ tun, um diesen wichtigen Lebensabschnitt sorgfältig und richtig zu planen? Paare, die sich auf eine Schwangerschaft solide vorbereiten, tun sich und dem zukünftigen Ungeborenen nur Gutes.

ein erfüllter Kinderwunsch ist einer der schönsten Momente in unserem Leben

Jede Frau weiß um die Veränderungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringen wird. Der Hormonhaushalt gerät durcheinander, das Körpergefühl verändert sich, die Psyche scheint deutlich sensibler zu reagieren. Wer um die Vorgänge einer beginnenden Schwangerschaft weiß, kann bei einer außergewöhnlichen Situation gelassener reagieren.

Die morgendliche Übelkeit lässt sich beispielsweise in vielen Fällen verhindern, wenn gleich nach dem Aufwachen – noch im Liegen – ein kleiner Kohlenhydratlieferant verzehrt wird, sei es ein Müsliriegel, sei es ein Stück Zwieback.

Der Kinderwunsch beinhaltet zudem das Wissen um Stimmungsschwankungen. Der Mann hat das Vergnügen, eventuelle „Launen“ der werdenden Mutter liebevoll hinzunehmen. Das waren nur zwei Beispiele, was es beim Kinderwunsch schon zu besprechen und zu beachten gibt.

Ein elementarer Punkt bezieht sich auf den Körper und Organismus der Frau: In ihr wird bald ein neues Leben heranreifen. Das bedeutet eine enorme Umstellung für den Körper. Alkohol und Nikotin sind spätestens dann tabu, wenn der Kinderwunsch in die Tat umgesetzt werden soll. Spätestens, besser ist es natürlich, wenn schon einige Zeit vor der geplanten Schwangerschaft auf ungesunde Konsumgüter verzichtet wird.

Etwa drei Monate, bevor es soweit ist, kommt Folsäure ins Spiel. Das Vitamin kann vom Körper kurzfristig gespeichert werden, doch damit die Speicher beim Eintritt in die Schwangerschaft voll sind, raten Frauenärzte zu einer rechtzeitigen Einnahme. Der Organismus benötigt für Umstellungen immer etwas Zeit. Deswegen sollten Frauen das wichtige Vitamin bereits Monate vor der eigentlichen Schwangerschaft einnehmen. Warum das so ist, welche Risiken bei einer Unterversorgung drohen und ab wann eine Frau mit Kinderwunsch Folsäure zu sich nehmen sollte, ist Thema dieses Artikels.

Was ist diese Folsäure überhaupt?

Folsäure ist ein essentielles Vitamin und wird gelegentlich als „Schwangerschaftsvitamin“ bezeichnet. Eine Irreführung, eigentlich wäre die Bezeichnung „Kinderwunsch-Vitamin“ angemessener.

Folsäure gehört zum Vitamin B-Komplex und wurde erst in den 1940er Jahren entdeckt. Forschern fiel auf, dass Patienten mit Anämie (Blutarmut) sich schneller erholten, wenn sie viel dunkles Blattgemüse und Hefen verzehrten. Auch auf die Fehlbildungen bei Neugeborenen wirkte sich der Verzehr von bestimmten Lebensmitteln scheinbar aus, Frauen mit einer natürlichen, gesunden Ernährung brachten weniger Babys mit Missbildungen zur Welt. Das animierte Forscher, nach dem Faktor zu suchen, der diese Auswirkungen auf den Körper hat, so wurde Folsäure entdeckt.

Der Körper kann Folsäure nicht selbst herstellen, es muss über die Nahrung oder über Folsäuretabletten aufgenommen werden. Der Begriff „Folsäure“ stammt vom lateinischen „folium“ ab – übersetzt bedeutet das: Blatt. Der Ursprung hierfür liegt darin, dass der Folatanteil besonders in grünem Blattgemüse hoch vertreten ist. Erstmals entdeckt wurde das Vitamin in Spinatblättern. Das wasserlösliche Vitamin ist als Vitamin B9, Vitamin 11, Vitamin M oder als Folat bekannt.

warum ist ein Mangel so gefährlich?

Dass Folsäure ein lebenswichtiges Vitamin ist, ist bekannt und eine bestätigte Tatsache. Dass es für die Zellteilung notwendig ist, ebenfalls. Somit ist es schon aus rein logischen Gründen ersichtlich, warum Folsäure bereits beim Kinderwunsch einzunehmen ist. Die Zellen im menschlichen Körper teilen sich immer, rund um die Uhr, millionenfach.
Nach einer Befruchtung kommt es zu einer Leistungkraft, wie sie wohl nur die Natur zu schaffen vermag: Aus einer Zelle entsteht menschliches Leben. Die Zellen müssen sich teilen und erneuern können: sie sind auf Folsäure angewiesen.

Folsäuremangel führt zu verminderter Leistung, zu Konzentrationsschwäche, zu depressiven Verstimmungen, zu Blutarmut, zu entzündeter Schleimhaut. In solch einer „Umgebung“ kann neues Leben nicht oder nur sehr eingeschränkt entstehen. Aus diesem Grund ist es für Frauen mit einem Kinderwunsch absolut notwendig, genug Folsäure einzunehmen – der Gynäkologe wird es bestätigen.

Folat oder Folsäure – wichtige Unterschiede für Frauen die sich ein Baby wünschen

Mutter mit neugeborenem Kind

Streng genommen, gibt es Unterschiede zwischen Folsäure und Folat. Während Folat in natürlicher Form in einigen Lebensmitteln vorkommt, ist Folsäure ein synthetisches Produkt.

Folatverbindungen kommen sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Nahrungsmitteln vor. Das Problem: Natürliche Folatverbindungen vertragen weder Hitze noch Lichteinwirkung. Zudem ist das Vitamin wasserlöslich – das sorgt zwar einerseits dafür, dass Folat kaum überdosiert werden kann, andererseits macht die Wasserlöslichkeit es zusätzlich schwer, das Vitamin unbeschadet aufnehmen zu können. Die meisten pflanzlichen folathaltigen Nahrungsmittel müssen entweder gut gewaschen oder im Wasser erhitzt werden – beides übersteht das essentielle Vitamin kaum.

Ein weiterer Unterschied: Kaum jemand kennt Folsäure unter der Bezeichnung „Folat“. Deswegen hat es sich quasi eingebürgert, dass beide Formen einfach „Folsäure“ genannt werden.

Ganz wichtig: Chemisch hergestellte Folsäure basiert auf den gleichen biologischen Bausteinen wie Nahrungsfolat. Im Gegensatz zu den meisten künstlichen Nahrungsergänzungsmitteln ist Folsäure in der synthetischen Form sogar besser vom Körper verwertbar als natürliches Folat. Das wird als die Bioverfügbarkeit bezeichnet.

Um diese sogenannte Bioverfügbarkeit darstellen zu können, wurde der Folsäure-Äquivalent eingeführt. Dabei handelt es sich um eine einfache Umrechnungsformel, die die die Dosis der einzunehmenden Zufuhr an Folat erleichtert.

Da Nahrungsfolate nur zu etwa 50 Prozent vom Körper verwertet werden können, entsprechen ergo beispielsweise 450 Mikrogramm Folsäure in Tablettenform einem Folsäure-Äquivalent von 900 Mikrogramm. In Nahrungsfolate umgerechnet, wären das ebenfalls 900 Mikrogramm.

Die Formel: 1 Folat-Äquivalent = 1 μg Nahrungsfolat = 0,5 μg Folsäure.

Für was ist das Vitamin wichtig?

Der Körper benötigt dieses Vitamin für etliche Stoffwechselvorgänge. Unter anderem benötigen die körpereigenen Zellen Folsäure, um sich zu teilen oder neu zu bilden. Genau darum geht es beim Kinderwunsch – aus einer einzigen Zelle soll menschliches Leben entstehen! Deswegen sollten die Speicher der Frau dann gut gefüllt sein, wenn die Eizelle befruchtet wird.

Im Blutserum lässt sich die Zellteilung messbar nachweisen: Befinden sich zu wenige rote Blutkörperchen im Blutplasma, fehlt es an Folsäure (andere Krankheiten ausgeschlossen). Denn die roten Blutkörperchen können nur mithilfe von Folsäure aufgebaut werden. Fehlt das Vitamin, kann der Körper keine Blutzellen aufbauen.

Doch nicht nur für das Blut ist Folsäure wichtig, alle Zellen benötigen Folsäure. Die Organe, die Haut, Haare, Nägel – der gesamte Organismus. Zudem werden die Schleimhäute von dem Vitamin versorgt. Das gilt ganz besonders für die Magen-Darm-Schleimhaut und den Rachenraum. Bei einer Unterversorgung drohen hier entzündliche Prozesse, die sich ebenfalls negativ auf eine geplante Schwangerschaft auswirken können.

Zudem ist Folsäure an der Synthese von DNS-Bausteinen beteiligt, genauso wie an dem weiteren Erbgut RNA. Ohne Folsäure ist Leben nicht möglich. Ein Embryo kann sich nur entwickeln, wenn er genug Folsäure bekommt. Eigentlich logisch: Ein Mensch entsteht aus einer einzigen Zelle – dem befruchteten Ei. Diese eine Zelle muss sich weiter teilen, um wachsen und sich entwickeln zu können. Zum Teilen benötigt sie neben anderen Faktoren Folsäure.

Warum Du nicht erst in der Schwangerschaft an eine optimale Versorgung denken solltest

stolze Mutter mit Babybauch

Nach der Befruchtung verschmelzen die die Zellkerne von Samen und Ei – der Beginn des menschlichen Lebens. Diese eine Zelle beginnt sich unmittelbar nach der Befruchtung zu teilen, immer wieder, millionenfach.

Nach nur zehn Wochen wird aus einem Embryo ein Fötus. Damit sich die Zellen so schnell teilen können, benötigt der Embryo Folsäure, mit der er über die Nabelschnur der Mutter versorgt wird. Es ist für die schwangere Frau kaum möglich, den enormen Bedarf ihres Embryos über die normale Nahrungsaufnahme zu decken – deswegen empfehlen Frauenärzte immer, zusätzliche Folsäure Tabletten einzunehmen.

Der Körper ist zwar in der Lage, sich einen kleinen Folsäure-Vorrat in der Leber anzulegen. Allerdings schrumpft dieser Vorrat sofort nach der Befruchtung zusammen. Das ist ein Grund, schon vor einer Schwangerschaft – also beim Kinderwunsch – mit der Folsäureeinnahme zu beginnen. Kaum eine Frau hat sofort Kenntnis von ihrer Schwangerschaft, doch die Zellen des werdenden Lebens benötigen auf der Stelle das Vitamin.

Ein weiterer Grund liegt in der Verhinderung von schweren Missbildungen. Es ist bekannt, dass ein Mangel an Folsäure zu Fehlbildungen beim Embryo führen kann. Der sogenannte „offene Rücken“ (spina bifida), einem Neuralrohrdefekt, ist eine der häufigsten Fehlbildungen beim Ungeborenen.

Was hat es mit dem Neurahlrohr auf sich?

Aus dem embryonalen Neuralrohr entwickelt sich das spätere zentrale Nervensystem, das Rückenmark und das Gehirn. Diese Anlage findet sich nicht nur beim Menschen, sondern bei allen Wirbeltieren.

Beim Menschen bildet sich das Neuralrohr zwischen dem 19. und 28. Tag der Schwangerschaft aus Gewebeplatten. Am 28. Tag schließen sich bei einer gesunden Entwicklung des Embryos die Platten zu einem Rohr zusammen.

Wird das Rohr nicht vollständig geschlossen, kommt es zu einem Neuralrohrdefekt – je nach dem, wo das Rohr nicht geschlossen ist, entstehen so Missbildungen wie der offene Rücken – oder ganz dramatisch: das offene Gehirn.

Es ist bekannt, dass Folsäuremangel zu den hauptsächlichen Ursachen von Neuralrohrdefekten zählt. Frauen, die zu wenig Folsäure im Blutserum haben, tragen ein enormes Risiko, ein Kind mit einem Neuralrohrdefekt zu gebären.

Die Krux: Wie bereits angesprochen, schließt sich das Neuralrohr bereits am 28. Tag nach der Befruchtung. Ein Zeitpunkt, zu dem nur wenige Frauen wissen, dass sie überhaupt schwanger sind!

In Deutschland kommen pro Jahr rund 800 Kinder mit einem Neuralrohrdefekt zur Welt. Ärzte und Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass diese Zahl durch eine gesetzliche Versorgung mit Folsäure in einem Grundnahrungsmittel deutlich gesenkt werden könnte.

Schaut man nach Kanada oder in die USA, bestätigt sich diese These: Im Jahre 1998 wurde es sowohl in den USA als auch in Kanada gesetzlich vorgeschrieben, Folsäure in das Grundnahrungsmittel Weizenmehl einzuarbeiten. Seit dieser Zeit gingen die Fehlbildungen bei den Säuglingen um rund 50 Prozent zurück.

Rechnet man in Deutschland zu den 800 Säuglingen mit einem Neuralrohrdefekt noch die Zahl derer hinzu, die aufgrund dieser Diagnose einen Schwangerschaftsabbruch durchgeführt haben, lässt sich die Tragik nicht mehr überbieten.

Somit wird eine andere Forderung von etlichen ärztlichen Verbänden und Vereinigungen verständlich: Jede Frau im gebärfähigen Alter sollte Folsäure einnehmen. Damit wären auch all jene Frauen optimal versorgt, die ungewollt oder zumindest ungeplant schwanger werden.

Reichen folatreiche Lebensmittel zur Versorgung aus?

Folsäure ist unter anderem in tierischen Innereien in höherer Konzentration enthalten. Doch genau das sollten Schwangere nicht essen. Zudem verliert sich das Vitamin zu einem großen Teil beim Braten, Grillen oder Kochen. Auch enthaltenes Folat im Gemüse läuft Gefahr, sich aufgrund des Kochvorgangs zu verflüchtigen, deswegen sollten Frauen mit einem Kinderwunsch auf Folsäure in Form von Tabletten zurückgreifen. Es reicht kaum, sich rein über die Nahrung mit ausreichend Folat zu versorgen. Das zeigen etliche Untersuchungen, die aussagen, dass nur rund 20 Prozent der deutschen Bevölkerung einen ausreichend hohen Folatspiegel haben.

Der konkrete Bedarf bei einem geplanten Kind

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Folsäure-Zufuhr bei Schwangeren von 550 Folsäure-Äquivalent. Frauen mit einem Kinderwunsch sollten mindestens 400 µg synthetische Folsäure zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung einnehmen.

Nur dann sollte gewährleistet sein, dass die Folsäurespeicher im Körper so gut gefüllt sind, dass das werdende Leben sofort von dem lebenswichtigen Vitamin profitieren kann.

Bei Unsicherheiten ist der Arzt der erste Ansprechpartner. Er kann über einen Bluttest herausfinden, ob genug Folatverbindungen vorhanden sind.

Ab wann sollte Folsäure eingenommen werden?

Einige Ärzte empfehlen, Folsäure mit Eintritt in das gebärfähige Alter einzunehmen. Bedenkt man die Risiken bei einer Unterversorgung, ist das ein absolut nachvollziehbarer Gedanke. Wer sicher verhütet und den Kinderwunsch ganz gezielt planen kann, sollte drei Monate vor der eigentlichen Schwangerschaft mit der zusätzlichen Einnahme von Folsäure beginnen.

Da Folsäure zu den wasserlöslichen Vitaminen zählt, wird ein eventueller Überschuss über den Urin ausgeschieden. Natürlich sollte sich keine Frau maßlos mit Folsäure absichtlich überdosieren, im guten Glauben, viel hilft viel. Es sollte einfach die tägliche Folsäuredosis zugeführt werden. Grundsätzlich sollte immer ein Arzt oder Apotheker zu Rate gezogen werden

 

 Sprechen Sie bitte bei Gesundheitsfragen und vor einer Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer mit einem anerkannten Mediziner oder Apotheker. Diese Inhalte stellen keine Empfehlung zur Behandlung, Einnahme oder für ein bestimmtes Präparat dar, sondern wollen objektiv über das Thema für Ihre persönliche Weiterbildung informieren. Ich übernehme keine Garantie oder Haftung für die Richtigkeit und Aktualität der Inhalte dieser Seite. Ebenfalls übernehme ich keine Haftung für mögliche Schäden oder Unannehmlichkeiten, die sich aus einer Anwendung auf Grund der hier befindlichen Informationen ergeben. 

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