Welche Folsäure Dosierung ist empfehlenswert?

Unter Folsäure versteht man künstlich hergestelltes Vitamin B9. Natürlich vorkommende wird als Folat bezeichnet. Allerdings ist es kaum möglich, über die Nahrung die Menge an natürlichen Folaten aufzunehmen, die der Körper benötigt.

Synthetische Folsäure hat gegenüber natürlichem Folat zwei entscheidende Vorteile:

  1. Die Bioverfügbarkeit von Folsäure liegt bei 100 Prozent, ganz im Gegensatz zu natürlichem Folat: hier kann der Körper nur etwa 50 Prozent verwerten.
  2. Künstlich hergestellte Folsäure kann exakt dosiert werden, während dies bei Nahrungsfolaten nicht so ohne Weiteres möglich ist.

Die korrekte Dosierung von Folsäure hängt von verschiedenen Faktoren ab. Für Kinder gelten andere Dosierungsempfehlungen als für Erwachsene. Schwangeren beziehungsweise Frauen, die gerne schwanger werden wollen, haben einen deutlich erhöhten Bedarf.

Risikogruppen haben meist einen erhöhten Tagesbedarf

Es gibt noch weitere Risikogruppen, die mehr Folsäure zuführen sollten, als die allgemeinen Empfehlungen anraten. Dazu zählen etwa Menschen, die medikamentös gegen Rheuma behandelt werden, Raucher, Frauen, die die Anti-Baby-Pille einnehmen oder Alkoholiker. Auch bei bestimmten Stoffwechselstörungen, Infektionen, Leber- oder Nierenerkrankungen, Tumorerkrankungen, Darmbeschwerden oder bei Zölliakie kann es sein, dass der Bedarf deutlich erhöht ist.

Menschen, die zu einer der Risikogruppen zählen, sollten ihre Dosierung nicht selbst bestimmen, sondern sich beim Arzt informieren, wie viel pro Tag eingenommen werden sollte.

Wie viel Folsäure wird gesunden Menschen empfohlen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt folgende Werte; dabei muss vorausgeschickt werden, dass die Angaben als Äquivalent, in Mikrogramm angegeben sind und als Tagesdosierung gelten:

Um der unterschiedlichen Bioverfügbarkeit zwischen Nahrungsfolaten und Folsäure Rechnung zu tragen, wird eine Formel angewandt. Demnach entsprechen1 Mikrogramm Nahrungsfolate 1 Mikrogramm Folat-Äquivalent und dies entspricht 0,5 Mikrogramm Folsäure.

Kinder:

  • Säuglinge bis zum Alter von 4 Monaten: 60 Mikrogramm Folat-Äquivalent
  • 4 bis 12 Monate: 80
  • 1 Jahr bis 4 Jahren: 120
  • 4 bis 7 Jahren: 140
  • 7 bis 10 Jahren: 180
  • 10 bis 13 Jahren: 240
  • 13 bis 15 Jahren: 300
  • 15 bis 19 Jahre

Erwachsene

  • ab 19 Jahre: 300

Senioren

  • Bei Senioren werden zwar ebenfalls 300 Mikrogramm Folat pro Tag empfohlen, doch der Arzt sollte regelmäßig überprüfen, ob eine zusätzliche Gabe von Folsäure sinnvoll ist. Gerade Senioren nehmen oft im guten Glauben, der Gesundheit zu dienen, zu viel ein. Das an sich wäre nicht weiter schlimm, da überschüssige Folsäure über die Nieren wieder ausgeschieden wird. Doch mit einer Überdosierung kann ein eventuell bestehender Vitamin B12 Mangel nicht erkannt werden und dass kann gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

Frauen mit Kinderwunsch

  • 400 Mikrogramm zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung. Dabei empfiehlt es sich, drei Monate vor einer geplanten Schwangerschaft mit dieser Dosierung zu beginnen. Experten sind der Meinung, dass spätestens vier Wochen vor Eintritt der Schwangerschaft mit der Einnahme begonnen werden sollte – spätestens!

Schwangere

  • 550 Mikrogramm werden empfohlen, dabei gilt diese Dosierung während der ersten drei Schwangerschaftsmonate.

Stillende

  • Damit das werdende Leben mit genug Folsäure versorgt wird, sollten Frauen, die ihr Baby stillen, pro Tag 450 mg Folat zu sich nehmen.

Bei Unsicherheiten immer den Arzt befragen!

Wie schon vermerkt – Folsäure kann nicht überdosiert werden, doch es kann einerseits in Wechselwirkung mit anderen Medikamenten treten und es kann einen Vitamin B12 Mangel verdecken. Deshalb ist bei Unsicherheiten der Arzt der erste Ansprechpartner.

Die Dosierung von Folsäure, die in der genannten Menge von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen wird, richtet sich nach neuesten Studienerkenntnissen. Während eine frühere Empfehlung auf einer Zufuhr von 400 Mikrogramm lag, wurde dieser Wert auf 300 korrigiert. So zeigte sich, dass bereits mit 300 mg eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B9 erzielt werden kann.

 

 Sprechen Sie bitte bei Gesundheitsfragen und vor einer Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer mit einem anerkannten Mediziner oder Apotheker. Diese Inhalte stellen keine Empfehlung zur Behandlung, Einnahme oder für ein bestimmtes Präparat dar, sondern wollen objektiv über das Thema für Ihre persönliche Weiterbildung informieren. Ich übernehme keine Garantie oder Haftung für die Richtigkeit und Aktualität der Inhalte dieser Seite. Ebenfalls übernehme ich keine Haftung für mögliche Schäden oder Unannehmlichkeiten, die sich aus einer Anwendung auf Grund der hier befindlichen Informationen ergeben. 

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